Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft

Betreff
Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft
Vorlage
10.1/158/2020
Art
Beschlussvorlage

I.   Sachverhalt und Begründung             

 

Das Landesprogramm „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ fördert das Bürgerschaftliche Engagement im Bereich Integration. Nach einer erfolgreichen Bewerbung in Frühjahr 2020 startete am 27.07.2020 der Beratungsprozess in Kraichtal.

Neben Kraichtal erhalten 12 weitere Kommunen aus allen vier Regierungsbezirken dadurch eine vom Land finanzierte Prozessbegleitung. Mit dabei sind: Achern, Althengstett, Esslingen am Neckar, Freiburg i. Breisgau, Freudenberg am Main, Heidenheim, Kraichtal, Leinfelden-Echterdingen, Neuenbürg, Reutlingen, Salach, Schwäbisch Hall und Weilheim Teck. 

Die ausgewählten Kommunen erhalten nun eine Prozessbegleitung im Wert von jeweils bis zu 40.000 Euro. Die Koordination des Programms liegt wie bei der Erstauflage in den Händen der Führungsakademie. Geplant ist die erprobte Vorgehensweise: Kompetente Prozessbegleiterinnen und -begleiter werden die kommunale Gemeinschaft dabei unterstützen, Ideen für das gute Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationserfahrung zu entwickeln und umzusetzen. Insbesondere geht es darum, die Teilhabe und das bürgerschaftliche Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern.

Als Grundlage dienen bewährte Prozessbausteine, die den örtlichen Anliegen und Gegebenheiten angepasst werden. In Kraichtal wird ein individueller Fahrplan mit Zielen und Maßnahmenplänen erarbeitet, wobei vorhandene Ansätze und Aktionen eingebunden werden. Dieser gemeinsam erarbeitete Fahrplan bietet die Chance, tragfähige Strukturen für das bürgerschaftliche Engagement aufzubauen. Diese gewährleisten auch nach dem Ende der Prozessbegleitung die kontinuierliche Fortsetzung des Dialogs aller Beteiligten und eine weiterhin systematische Umsetzung konkreter Projekte. Letztlich bietet die Prozessbegleitung auch die Möglichkeit des Kompetenz- und Erfahrungstransfers. Die Gründung eines Lernnetzwerkes mit allen Beteiligten ist daher fester Bestandteil der Prozessbegleitung.

Am 28.09.2020 startete in der Mehrzweckhalle Menzingen die erste Bürgerbeteiligung unter Corona konformen Abständen und Bedingungen.

Bereits im Vorfeld dieser Veranstaltung formierte sich eine Steuerungsgruppe, die aus Verwaltungsmitarbeitern der Stadt Kraichtal besteht und traf sich mit den beiden Prozessbegleiterinnen Dagmar Gebhardt und Katja Schwarz um konkrete Handlungsweisen und eine Zeitlinie für das kommenden Jahr zu planen.

Des Weiteren wurde der Runde Tisch Integration als Gremium über das Projekt unterrichtet, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Da eine große Bürgerversammlung aufgrund der momentanen Situation in Form der Bürgerbeteiligung ausgeschlossen wurde, entschied man sich in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch Integration zum gezielten Einladen bestimmter Personengruppen in Kraichtal. Besonders sollten die Neubürger, Vereinsvorstände, Gemeinderäte, Kirchen, Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund und Elternbeiräte der Schulen und Kindergärten eingeladen werden. Die begrenzte Teilnehmerzahl auf 30 Personen wurde fast erreicht.

Die Prozessbegleitung soll bis zum Herbst 2021 zum Abschluss gebracht werden. Der nächste Schritt, über die kommenden Monaten wird sein, die Bürgerbeteiligung zu erweitern und mit Fokusgruppen, wie z.B. Jugendlichen, Familien und Senioren, ins Gespräch zu kommen und diese Ergebnisse im Frühjahr mit der Prozessbegleitgruppe zu besprechen.

Projektverantwortliche im Rathaus sind Sonna Sickert, Integrationsbeauftragte und Ina Daubmann, Gemeindesozialarbeiterin. Sie werden bei der Planung und Durchführung unterstützt von Viola Thomas, Sachbearbeiterin im Sachgebiet Mensch und Gesellschaft.

 

 

 

Beschlussvorschlag:

 

Der Gemeinderat nimmt die Ausführungen der beiden Prozessbegleiterinnen Frau Dagmar Gebhardt und Frau Katja Schwarz der Führungsakademie Baden-Württemberg zur Kenntnis und unterstützt die weiteren Schritte.

 

 

 

II.   Finanzielle Auswirkung

 

Es entstehen keine zusätzlichen Personalkosten. Lediglich Sachkosten in Form von Verpflegung bei Veranstaltungen, Büromaterial und Hallengebühren sind zu tragen bzw. intern zu verrechnen und werden über die Kostenstelle 31801000 Betreuung und Integration von Geflüchteten, Sachkonto 42910300 abgerechnet.