Tourismusbericht Kraichtal

Betreff
Tourismusbericht Kraichtal
Rück- und Ausblick
Vorlage
10.3/460/2017
Art
Beschlussvorlage

I. Sachverhalt und Begründung

 

Seit September 2015 hat die Stadt Kraichtal mit Einstellung der Touristikerin Sarah Nobel tourismusfördernde Maßnahmen als Verwaltungsaufgabe begonnen.

 

Wirtschaftsfaktor Tourismus

Die Zahlen des Statistischen Landesamtes (2015) sagen aus, dass in der Stadt Kraichtal in den fünf Übernachtungsbetrieben (ab 10 Gästebetten) insgesamt rund 15.000 Übernachtungen in 147 Gästebetten erfasst wurden. Eine Hochrechnung aufgrund von Durchschnittswerten zu Ausgaben je Übernachtungsgast, Tagesgast je Übernachtung und Ausgaben je Tagesgast weisen einen Wirtschaftsfaktor von rund 6 Mio. Euro aus. Die Hochrechnung für die tatsächliche Gästebettenzahl (270) ergibt einen Wirtschaftsfaktor von rund 12 Mio. Euro. Destinationsabhängig muss diese Hochrechnung angepasst werden. Für Kraichtal bedeutet dies beispielsweise, dass aufgrund der hohen Gästebettenauslastung durch Monteure und Gastarbeiter geringere Ausgaben je Übernachtung zu erwarten sind und dass der Durchschnittswert für Tagesgast je Übernachtungsgast aufgrund der optimalen Lage zwischen mehreren Ballungsgebieten erhöht werden muss.

 

Rückblick

 

 

Frau Nobel wird in der Sitzung mittels Powerpoint-Präsentation auf ihre bislang in den vergangenen 1,5 Jahren geleistete Arbeit als Touristikerin in Kraichtal zurückblicken sowie einen Ausblick geben. Damit sich die Gemeinderäte in Vorbereitung auf die Sitzung einen Eindruck über das Aufgabenfeld „Tourismus in Kraichtal“ verschaffen können, ist im Anhang eine Übersichtstabelle beigefügt. Diese zeigt folgende übergeordnete Handlungsfelder:

 

Zur „Destination“ gehören ortsbildverschönernde Maßnahmen und Infrastrukturprojekte. Zu „Marketing“ werden Veranstaltungen und Feste sowie alle werbewirksamen Maßnahmen (Messen, Printprodukte, Internet, Pressearbeit etc.) gezählt.

 

Bei „Kommunikation“ werden Verbandsarbeit und das Beratungsangebot sowie die Förderung des touristischen Netzwerkes der privaten Dienstleister gebündelt.

 

Im Handlungsfeld „Steuerung“ werden politische sowie verwaltungsinterne Abstimmungen zusammengefasst.

 

Jede Aktivität erhält eine bewertende Einordnung im Hinblick auf den Ertrag (verstärkend: interkommunale/regionale Zusammenarbeit, Werbung, Innenmarketing, Gästezahlen, Qualität der Destination) in Gegenüberstellung zum Aufwand (personell, finanziell), die sowohl quantitative als auch qualitativen Aspekte enthält. Zudem erfolgt eine Empfehlung, ob Aktivitäten künftig einen höheren Aufwand bedürfen bzw. einen geringeren. So wird beispielsweise aufgezeigt, mit welchem Aufwand die Zusammenarbeit mit dem Kraichgau-Stromberg-Tourismusverein seitens der Touristikerin betrieben wurde und wie sich dieser verstärkend auf das Innenmarketing ausgewirkt hat. In diesem Beispiel ist die Empfehlung für die künftige Arbeit der Tourismusstelle, den Aufwand gleichbleibend beizubehalten.

 

Ausblick

Im Ausblick wird von einer Fortführung der städtischen Tourismusarbeit für den Zeitraum bis September 2018 ausgegangen. Aufgrund der Befristung der Touristiker-Stelle (bis 30. September 2017) hat der Ausblick einen empfehlenden Charakter. 

 

Auch der Ausblick erfasst die Handlungsfelder sowie die zugehörigen Unterkategorien und Einzelaktivitäten. Die Themenfestsetzung erfolgt aus der Fortführung der laufenden Aktivitäten. Die Bewertung der Effekte und des Aufwands sind Erwartungswerte mit dem höchsten realistischen Ertrag (Best-Outcome). Sie basiert auf quantitativen und qualitativen Aspekten. Im Ausblick wird beispielsweise sichtbar, dass Projekte, die sich im Rückblick in der Planungsphase befanden und deren Umsetzung in den erfassten Zeitraum fällt, Kosten verursachen werden und der finanzielle Aufwand dementsprechend erhöht wird. Exemplarisch wird dies beim LEADER-Projekt zur Wanderwegebeschilderung deutlich.

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Zum heutigen Zeitpunkt können bereits erste Erfolge im touristischen Bereich genannt werden.

 

Kraichtal hat seit Einstellung der Touristikerin einen deutlichen Zugewinn an Popularität als attraktives Ausflugsziel zu verzeichnen, dies aufgrund der fokussierten Arbeit im Außen- und Innenmarketing sowie der regen Verbands- und interkommunalen Arbeit. Das Netzwerk der Kraichtaler Leistungsträger wurde gestärkt und die Qualität der Destination im Bereich der Gästeführungen erhöht. Die infrastrukturellen Projekte Wanderwege und Kraichradweg wurden initiiert, so dass die Fortführung der Projekte eingeleitet ist. Zudem wurde das Thema „Förderung des Tourismus“ weitestgehend in die Verwaltungs- und in die politische Arbeit aufgenommen.

 

 

Erfassung Übernachtungen StatLA

Tabelle Rückblick Tourismusarbeit

Tabelle Ausblick Tourismusarbeit

Beschlussvorschlag:

 

Der Gemeinderat nimmt von dem Tourismusbericht der Touristikerin Sarah Nobel sowie dem Rück- und Ausblick der Tourismusarbeit in Kraichtal Kenntnis.

 

 

II. Finanzielle Auswirkung

 

Im Haushaltsplan des Jahres 2017 sind im Verwaltungshaushalt entsprechende Mittel für die Tourismusförderung eingestellt.