Vergabe der Arbeiten für die Erstellung eines Starkregenrisikomanagementkonzeptes

Betreff
Vergabe der Arbeiten für die Erstellung eines Starkregenrisikomanagementkonzeptes
Vorlage
10.4/846/2019
Art
Beschlussvorlage

Sachverhalt:

Am 07.11.2018 beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzeptes zum Starkregenrisikomanagement.

Dementsprechend wurden drei Angebote von zertifizierten Ingenieurbüros angefragt.

 

Im LUBW Leitfaden „Kommunales Starkregenmanagement in Baden-Württemberg“ ist ein Musterpreisblatt und eine Leistungsbeschreibung zur Orientierung für die Vergabe von Aufträgen enthalten. Diese waren Grundlage für unsere Angebotsaufforderung.

 

Es liegen zwei wertbare Angebote vor. Der günstigste Anbieter für die Grundleistungen liegt bei 87.769,64 Euro.

 

In den Vergabegesprächen zeigte sich, dass das vorgegebene Leistungsverzeichnis nicht in allen Punkten für Kraichtal ausreichend ist. Um fundierte und verwertbare Ergebnisse zu erzielen, sind nach

Ansicht der Verwaltung zusätzliche Leistungen nötig, die optional beauftragt werden können:

 

In einer flächenhaft großen Gemeinde mit 9 Stadtteilen sind deutlich mehr Ortstermine an einzelnen Problempunkten notwendig, als zum Beispiel in Stadtgemeinden oder flächenhaft kleineren Gemeinden. Gleiches gilt für Besprechungstermine, an denen die jeweiligen Ergebnisse diskutiert und verifiziert werden sollen. Sowohl die Gefährdungsanalyse, als auch die Risikoanalyse und insbesondere das Handlungskonzept, sollte mit allen betroffenen Akteuren (Verwaltung, Bauhof, Feuerwehr etc.) erörtert und gesondert dem Gemeinderat vorgestellt werden. Das zusätzliche Leistungspaket „Ortstermine und Besprechungen“ wird im notwendigen Maß zu einer Gesamtsumme von 24.038,00 Euro angeboten.

 

Bei den Starkregenereignissen des letzten Jahres und seither bei nahezu jedem Regenereignis, bereitet angeschwemmter Schlamm Probleme, verursacht Schäden und Kosten. Aus Sicht der Verwaltung ist deshalb

neben der Untersuchung der zu erwartenden Wassermengen bei Starkregenereignissen in Kraichtal besonders der Abtrag von Erdmaterial, also die Erosion sowie die Verlagerung des Materials, bis in die Ortschaften hinein, von Interesse. Die zusätzliche Erarbeitung von Erosionsszenarien sowie einem Szenario für durchlässigen Boden, wie er durch eine geänderte Bodenbearbeitung zu erreichen wäre, ist insoweit nach Ansicht der Verwaltung überaus sinnvoll und für eine spürbare Verminderung des Risikos durch extreme Regenereignisse notwendig. Es würden hierdurch Aufwendungen i.H.v. 16.912,28 Euro anfallen.

 

Wird eine besonders detaillierte Untersuchung von ausgewählten Bereichen und Objekten (20 Stück) sowie die Erstellung von Steckbriefen mit vorangegangenen gemeinsamen Ortsterminen gewünscht, erhöhen sich die Kosten um weitere 20.134,80 Euro. Die Beauftragung dieser Detailanalysen kann auch während der laufenden Arbeiten noch vergeben werden, soweit dieses als notwendig erachtet wird. Die Kosten sollten bereits im Förderantrag enthalten sein, um Förderausfälle zu vermeiden.

 

Mit den Zusatzpaketen beträgt das Gesamtauftragsvolumen 148.854,72 Euro. Auch die Zusatzleistungen sind förderfähig und dahingehend mit den Förderstellen besprochen.

 

 

Beschlussvorschlag:

Der Gemeinderat vergibt die Arbeiten für die Erstellung eines Starkregenrisikomanagementkonzeptes an den günstigsten Bieter. Der Gemeinderat vergibt zudem den Auftrag zu ergänzenden Untersuchungen zum Thema Erosion an denselben Anbieter. Das Gesamtpaket umfasst ein Auftragsvolumen von 148. 854,72 Euro.

Der Gemeinderat genehmigt eine überplanmäßige Ausgabe bei der Haushaltsstelle 1.1400.636000 in Höhe von 38.854,72 Euro.

 

 

II.   Finanzielle Auswirkung :

Die Kosten für den Gesamtauftrag belaufen sich auf 148.854,72 Euro.

Bei einer Förderung über die Förderrichtlinie Wasserwirtschaft von 70% erhält die Stadt eine Kostenerstattung in Höhe von 104.198,30 Euro. Somit verbleiben bei der Stadt Kraichtal Kosten von 44.656,42 Euro.

 

Im Haushaltsplan sind folgende Mittel eingestellt:

FiPo:    1.1400.161000 Erstattungen vom Land                                77.000 €

           1.1400.636000 Sonst. Sächliche Zweckausgaben             110.000 €

 

Die Mehraufwendungen gegenüber der im Haushaltplan 2019 eingestellten Mittel belaufen sich somit auf 11.656,42 Euro.